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Ratgeber Vorteile nachhaltiger Immobilien

Nachhaltige Immobilien: Umweltschonend wohnen und investieren

veröffentlicht am: 09.08.2023

Nachhaltigkeit ist ein Thema, das in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen verstehen vermehrt die Wichtigkeit umweltschonender Entscheidungen. Dies betrifft sämtliche Lebensbereiche – unter anderem die Immobilienbranche. Im folgenden Artikel soll es daher darum gehen, was nachhaltige Immobilien ausmacht und inwiefern sie einen positiven Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft haben.

 

 

Was sind nachhaltige Immobilien?

Nachhaltige Immobilien sind so konzipiert, dass sie einen möglichst geringen negativen Einfluss auf die Umwelt haben. Hauptsächlich geht es darum, beim Bauen und Bewirtschaften möglichst wenige Ressourcen zu verbrauchen, Energieverschwendung zu minimieren und gesunde Lebensräume für die Bewohner zu erschaffen. Dies wird durch verschiedene Maßnahmen gewährleistet:

  • Energieeffizienz (zum Beispiel durch Wärmedämmung, doppelt verglaste Fenster und hocheffiziente Heizungs- und Kühlsysteme)
  • Ressourceneffizienz (Materialien nutzen, die nachhaltig produziert und recycelbar sind)
  • Nutzung erneuerbarer Energiequellen (Solarenergie, Windkraft oder Geothermie)
  • Wassersparmaßnahmen (Regenwassernutzung, wassereffiziente Sanitäranlagen oder Bewässerungssysteme)

Es gibt verschiedene Zertifizierungssysteme wie LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) oder BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method), die nachhaltige Gebäude anhand spezifischer Kriterien bewerten und zertifizieren. Diese Kriterien können je nach Siegel unterschiedlich sein. Alle haben sie jedoch eines gemeinsam: Sie lassen den Wert der Immobilie steigen.

 

 

Vorteile nachhaltiger Immobilien

Nachhaltige Immobilien haben mehr Vorteile als ein gutes Gefühl in puncto Umweltschutz. Durch den geringeren Energieverbrauch lässt sich im Alltag – vor allem in Zeiten steigender Energiepreise – auch bares Geld sparen. Davon abgesehen, haben auch Bewohner etwas von der Verwendung natürlicher, schadstoffarmer Baustoffe. Diese führen zu einem insgesamt gesünderen Raumklima und einem angenehmen Wohngefühl. Außerdem eignen sich nachhaltige Immobilien auch als Investment: Auf dem Markt sind sie sehr gefragt und erzielen eine höhere Wertschätzung. Auch wenn natürlich niemand in die Zukunft schauen kann: Die steigende Nachfrage nach umweltfreundlichen Gebäuden kann langfristig, zusammen mit anderen praktischen Maßnahmen, zu einer Wertsteigerung der Immobilie führen. Zuletzt haben nachhaltige Baukonzepte auch einen idealistischen Wert: Sie können eine Vorreiterrolle in der Gemeinschaft einnehmen und Bewusstsein für umweltfreundliches Bauen und Wohnen schaffen. So dienen sie als Leuchttürme für nachhaltige Praktiken und inspirieren andere Bauherren und Vermieter dazu, ähnliche Ansätze zu verfolgen.

 

 

Immobilienbewertung nachhaltiger Gebäude

Vor jedem Kauf oder Verkauf eines Hauses ist es essenziell, dass eine Immobilie bewertet wird. In Bezug auf nachhaltige Gebäude kann diese Bewertung aufgrund deren einzigartiger Merkmale und besonderer Auswirkungen auf den Immobilienmarkt eine Herausforderung darstellen. Herkömmliche Immobilienbewertungsmethoden berücksichtigen möglicherweise nicht vollständig die ökologischen und sozialen Aspekte nachhaltiger Gebäude. Doch auch die Bewertung von Immobilien allgemein verändert sich durch die Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien. Die Existenz einer Green-Building-Zertifizierung oder die Erfüllung spezifischer Nachhaltigkeitsstandards kann den Wert eines nachhaltigen Gebäudes erhöhen, da so die Qualität und die positiven Auswirkungen auf die Umwelt bestätigt werden – auch nach außen hin. Für die Bewertung gilt daher: Aufgrund der Besonderheiten ist möglicherweise spezielle Expertise gefragt – idealerweise von Sachverständigen oder Gutachtern, die bereits über viel Erfahrung mit nachhaltigen Bewertungsmethoden verfügen.

 

 

Nachhaltige Immobilie als Investition: Das gibt es zu beachten

Nicht alle Menschen, die sich mit umweltschonendem Bauen beschäftigen, möchten in ihrer Immobilie auch selbst leben. Viele denken darüber nach, ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu vermieten und sich so eine finanzielle Absicherung zu schaffen. Bei jeder Art von Hausbau gibt es natürlich auch Risiken, insbesondere die steigenden Baukosten können das Vorhaben erschweren. Wenn man einige Dinge beachtet, kann es sich jedoch um eine lohnenswerte Investition handeln. Grundsätzlich ist es immer wichtig, sich vorab gut zu informieren. Machen Sie sich mit den Kriterien und Zertifizierungssystemen für grüne Gebäude sowie den neuesten Entwicklungen in der nachhaltigen Bauindustrie vertraut. Bei jeder Investition spielt die Standortwahl eine wichtige Rolle. Achten Sie darauf, dass sich die nachhaltige Immobilie in einer Gegend befindet, die gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Auch nachhaltige Infrastruktur wie Fahrradwege oder Grünflächen sollten idealerweise in der näheren Umgebung sein.

 

Wenn Sie davon ausgehen, dass Ihre Immobilie in Zukunft an Wert gewinnt: Richten Sie sich darauf ein, sie über einen langen Zeitraum zu halten. Dies erfordert manchmal Geduld und auch starke Nerven – vor allem dann, wenn die Immobilienpreise fallen. In diesen Fällen kann es von Vorteil sein, sich zurückzulehnen und zu entspannen – und darauf zu vertrauen, dass der Markt sich schon wieder normalisieren wird. Eine sorgfältige finanzielle Analyse stellt vorab sicher, dass die Investition sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Beachten Sie außerdem, dass die Nachhaltigkeitsaspekte der Immobilie auch während der Haltedauer überwacht und gemessen werden. Auf diese Weise können Sie gewährleisten, dass die angestrebten Umweltauswirkungen auch wirklich erreicht werden.

 


Bildquelle(n): https://unsplash.com/de/fotos/noBVMye3_ro | Ricardo Gomez Angel