Ratgeber

Aufdopplung von Fassadendämmsystemen

Doppelt gut

veröffentlicht am: 23.09.2022

Wir können unsere Häuser mit erneuerbaren Energien heizen und kühlen, doch zuvor müssen wir die Energieverschwendung in Gebäuden beenden.

Bislang nicht oder zu gering gedämmte Häuser müssen energetisch „auf Vordermann“ gebracht werden, um beispielsweise Wärmepumpen effizient zu betreiben. Bei bereits bestehenden „zu dünnen“ Dämmsystemen geschieht dies über eine sogenannte Aufdopplung.  

Der Gebäudebestand in Deutschland verbraucht mehr Energie als nötig. Für das Einsparziel der Regierung (50 Prozent weniger Primärenergieverbrauch bis 2045) ist die energetische Gebäudemodernisierung einer der wichtigsten Hebel. Ohne sie ist kein wirtschaftlich sinnvoller Umstieg auf erneuerbare Energien möglich, werden die Energiekosten für Haushalte und Gewerbe weiter steigen.  

Beim Schutz eines Gebäudes vor Wärmeverlusten kommt es vor allem auf die Fassade an. Gut gedämmt kann sie, abhängig von der Gebäudeform, 25 Prozent Heizenergie einsparen. Auf die Fenster und das Dach entfallen dann nochmals je 20 Prozent. Fassadendämmsysteme sind sowohl bei Neubauten als auch bei  Sanierungen bestens geeignet, diese Einsparung an der Fassade zu erzielen.

Auf dem Dämmstoff Polystyrol (EPS)basierende Systeme sind dabei besonders wirtschaftlich und weisen – im Vergleich zu den meisten anderen Dämmstoffen –eine exzellente Energie- und CO2-Bilanz auf. Sie reduzieren vom ersten Tag an den Wärmebedarf und somit Energiekosten und sparen die für ihre Herstellung aufgewendete Energieinnerhalb weniger Monate ein.

Da das Bundeswirtschaftsministerium aktuell davon ausgeht, dass die Lebensdauer eines Fassadendämmsystems mit EPS „weit mehr als 50Jahre“ beträgt, übersteigt die eingesparte Energiemenge die ursprünglichen Aufwendungen um ein Vielfaches. Und was geschieht am Ende dieser langen Lebensdauer? Schmälert die Entsorgung des Systems dann die gute Energie-und CO2-Bilanz?

Nein, denn EPS-basierte Systeme werden –außer beim Abriss eines Gebäudes – kaum rückgebaut und entsorgt. Sie werden, wenn doch einmal eine Sanierung ansteht, einfach frisch verputzt oder – wenn zugleich eine Effizienzsteigerung gewünscht ist – aufgedoppelt. Bei diesem Verfahren wird nach einer Standsicherheitsprüfung das bestehende System nochmals überdämmt.

Dass dies technisch problemlos möglich ist, zeigte bereits 2016 eine vom Bundes-bauministerium geförderte Studie des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik („Nachdämmung [Aufdopplung] alter Wärmedämmverbundsysteme an Wohngebäuden“). Hierfür kommen bauaufsichtlich zugelassene WDVS auf der Basis von EPS (StoTherm Classic), Mineralwolle und oder Mineralwolle-Lamelle (StoTherm Mineral) in Frage.

Sie werden auf dem energetisch zu optimierenden Altsystem verklebt und im tragenden Untergrund mit Dübeln verankert. Als Schlussbeschichtung dienen Oberputze oder vorgefertigte Putzelemente (Sto-Ecoshapes). Damit eine solche Aufdopplung besonders wirtschaftlich erfolgt, sollte sie gemeinsam mit ohnehin anstehenden Fassadenarbeiten (Putzausbesserung oder neuer Anstrich) erfolgen.

www.sto.de


Bildquelle(n): Martin Duckek / Sto SE & Co. KGaA