Worauf es beim Bohren, Verschrauben und Ausrichten des Gestells ankommt
veröffentlicht am: 01.10.2026
Die Tischplatte liegt bereit, das Gestell ist aufgebaut. Spätestens jetzt stellt sich die Frage: Wo genau soll das Untergestell sitzen? Welche Löcher müssen gebohrt werden? Und wie lässt sich vermeiden, dass am Ende eine Schraube auf der Oberseite wieder herauskommt?
Gerade bei Tischplatten ohne vorgebohrte Löcher sollte der Akkuschrauber deshalb zunächst liegen bleiben. Maßband, Bleistift und ein paar Minuten für die Ausrichtung sind jetzt wichtiger. Denn die meisten Fehler entstehen nicht beim Verschrauben, sondern schon vorher.
Passen Tischplatte und Gestell überhaupt zusammen?
Bevor das Gestell auf der Platte ausgerichtet wird, lohnt sich ein Blick in die technischen Angaben. Nicht jede Plattengröße ist für jedes Untergestell vorgesehen.
Bei höhenverstellbaren Gestellen spielen vor allem Breite, Gewicht und Stärke der Tischplatte eine Rolle. Auch die Befestigungspunkte können sich je nach Modell unterscheiden.
Vor der Montage sollten deshalb ein paar Dinge geklärt sein:
- Welche Plattenmaße sind für das Gestell vorgesehen?
- Wie schwer ist die Tischplatte?
- Welches Befestigungsmaterial sieht der Hersteller vor?
- Gibt es Vorgaben zur Position des Gestells?
- Soll später noch Zubehör unter der Platte montiert werden?
Wer Platte und Gestell unabhängig voneinander auswählt, hat bei den Maßen deutlich mehr Spielraum. Individuelle Tischplatten von Liftor lassen sich beispielsweise in verschiedenen Abmessungen, Stärken, Materialien und Dekoren konfigurieren. Wird die Platte mit einem bereits vorhandenen Gestell kombiniert, sollten die gewünschten Maße trotzdem immer mit dessen Vorgaben abgeglichen werden.
Das Gestell erst ausrichten, dann markieren
Für die Montage wird die Tischplatte mit der später sichtbaren Seite nach unten auf eine saubere, weiche Unterlage gelegt. Eine Decke oder ein großer Karton schützt die Oberfläche vor Kratzern.
Danach kommt das Gestell auf die Unterseite der Platte.
Auch wenn es auf den ersten Blick mittig aussieht, sollte man sich darauf nicht verlassen. Schon wenige Millimeter Unterschied fallen später an den Plattenkanten deutlich stärker auf als während der Montage.
Am besten misst man deshalb an mehreren Stellen nach:
- Ist der Abstand zur linken und rechten Kante gleich?
- Verläuft das Gestell parallel zur Platte?
- Ragt an keiner Stelle etwas über?
- Bleibt genug Platz für Kabelkanal, Steuerung oder anderes Zubehör?
Erst wenn die Position wirklich stimmt, werden die Befestigungspunkte mit einem Bleistift markiert.
Vor dem Bohren noch einmal nachmessen
Ist eine Markierung einmal gebohrt, lässt sie sich nicht mehr verschieben. Deshalb lohnt sich jetzt eine zweite Kontrolle.
Das Gestell wird kurz angehoben oder zur Seite geschoben, sodass alle Markierungen sichtbar sind. Dann noch einmal prüfen: Stimmen die Abstände? Liegen die Punkte dort, wo sie laut Montageanleitung sein sollen? Gibt es Konflikte mit einer späteren Schublade, einem Kabelkanal oder einer anderen Halterung?
Diese zwei Minuten sind meist schneller investiert als die Korrektur eines falsch gesetzten Lochs.
Dass eine Tischplatte keine vorbereiteten Bohrungen hat, ist übrigens nicht automatisch ein Nachteil. Gerade bei frei kombinierbaren Platten kann das sinnvoll sein, weil sich die Position des Gestells an die jeweilige Konstruktion anpassen lässt.
Muss man eine Tischplatte vorbohren?
Nicht immer.
Ob Vorbohren sinnvoll oder notwendig ist, hängt vom Material der Platte, der verwendeten Schraube und den Vorgaben des Gestellherstellers ab.
Eine Massivholzplatte verhält sich beim Bohren anders als eine beschichtete Spanplatte oder Bambus. Ebenso unterscheiden sich die Schrauben, die verschiedene Tischgestelle verwenden.
Deshalb sollte die Montageanleitung des jeweiligen Gestells hier immer Vorrang haben.
Ist Vorbohren vorgesehen, erleichtert ein passend dimensioniertes Pilotloch das saubere Eindrehen der Schraube. Welche Bohrergröße und Bohrtiefe dafür geeignet sind, lässt sich allerdings nicht pauschal für jede Tischplatte angeben.
Mit geschätztem Bohrdurchmesser und dem Gedanken, dass es schon passen wird, anzufangen, ist keine gute Idee.
Schraubenlänge nicht unterschätzen
Ein besonders ärgerlicher Montagefehler entsteht durch zu lange Schrauben. Im schlimmsten Fall beschädigen sie die sichtbare Oberseite der Tischplatte.
Vor dem Verschrauben sollte deshalb klar sein, wie dick die Platte ist und wie weit die verwendete Schraube tatsächlich in das Material eindringt.
Dabei zählt nicht allein ihre Gesamtlänge. Befinden sich Metallwinkel, Halterungen oder andere Bauteile zwischen Schraubenkopf und Tischplatte, verringert sich die Einschraubtiefe entsprechend.
Wurden passende Schrauben mit dem Gestell geliefert, sollte man diese verwenden. Bei einer Kombination aus Platte und Gestell verschiedener Hersteller lohnt sich ein genauer Blick in beide Montageunterlagen.
Schrauben zunächst nur ansetzen
Sind alle Bohrpunkte vorbereitet, müssen die Schrauben nicht sofort mit voller Kraft festgezogen werden.
Praktischer ist es, zunächst alle Schrauben locker anzusetzen. So lässt sich die Position des Gestells noch minimal korrigieren. Erst wenn alles sauber sitzt, werden die Verbindungen gleichmäßig festgezogen.
Ein Akkuschrauber ist dabei natürlich bequem. Gerade auf den letzten Millimetern sollte man mit dem Drehmoment aber vorsichtig sein. Eine Schraube hält nicht besser, nur weil sie möglichst kräftig angezogen wurde.
Zu viel Kraft kann das Material ebenso beschädigen wie eine zu lange Schraube.
Kabelkanal, Monitorarm und Zubehör vorher einplanen
Bei einem elektrisch höhenverstellbaren Tisch braucht nicht nur das Gestell Platz.
Unter der Platte kommen häufig noch Steuerbox, Kabelkanal oder Steckdosenleiste hinzu. Je nach Arbeitsplatz außerdem:
• eine Halterung für den Computer
• eine Schublade
• ein Kopfhörerhalter
• Kabeldurchführungen
• ein Monitorarm
• weiteres Zubehör
Wer diese Teile schon vor dem Bohren grob einzeichnet, erspart sich später unnötiges Umsetzen.
Besonders bei Monitorarmen ist das wichtig. Viele Modelle werden mit einer Klemme an der hinteren Plattenkante befestigt. Sitzt genau dort ein Teil des Gestells oder ein Kabelkanal, fehlt möglicherweise der nötige Platz für die Halterung.
Ein kurzer Plan der Unterseite kann deshalb genauso hilfreich sein wie die Planung der sichtbaren Arbeitsfläche.
Nach der Montage erst testen, dann einrichten
Ist die Platte fest mit dem Gestell verbunden, wird der Tisch vorsichtig aufgestellt.
Bevor Monitore, Rechner und andere schwere Geräte daraufkommen, sollte die Konstruktion einmal kontrolliert werden. Sitzt die Platte fest? Steht der Tisch gerade? Gibt es irgendwo ungewöhnliches Spiel?
Bei einem höhenverstellbaren Modell lohnt außerdem ein erster Test über den gesamten Verstellbereich, zunächst ohne volle Beladung.
Dabei zeigt sich schnell, ob Kabel genug Spiel haben, etwas unter der Platte hängen bleibt oder die Arbeitsfläche beim Hochfahren irgendwo anstößt.
Erst wenn alles frei läuft, wird der Arbeitsplatz vollständig eingerichtet.
Lieber fünf Minuten länger messen als einmal falsch bohren
Die eigentliche Verschraubung einer Tischplatte ist meist keine besonders komplizierte Arbeit. Entscheidend ist die Vorbereitung.
Wer das Gestell sauber ausrichtet, die Bohrpunkte vor dem Bohren noch einmal kontrolliert und sich bei Schrauben und Befestigung an die Angaben des Herstellers hält, hat den schwierigsten Teil bereits erledigt.
Vor allem bei einer Tischplatte ohne vorgefertigte Bohrungen gilt deshalb: erst planen, dann bohren.
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